Verzerrungsärmere Projektion (oder ist die Erde doch eine Scheibe?)

Seit letzter Woche kursieren etliche Berichte im Netz über eine neue Projektion der Erdkugel in die Ebene [1], [2], [3]. Dazu haben drei Wissenschaftler, der Astrophysiker Richard Gott, der Mathematiker Robert Vanderbei und der Physiker David Goldberg unsere Erde in zwei Teile geteilt, quasi Vorder- und Rückseite oder besser Nord und Südseite. Die Fehler bei der Projektion in die Ebene soll ggü. den herkömmlichen Projektionen deutlich kleiner sein.

Im Netz wird die neue Projektion indes recht kontrovers diskutiert [4]. Mein erster Eindruck: Ist die Erde doch eine Scheibe? Aber, ich halte mich mal lieber raus ;-)

Der Tipp kam von Heiner Nagel, LAU LSA.

[1] … https://www.heise.de/news/Projektion-mit-Vorder-und-Rueckseite-Praeziseste-flache-Weltkarte-vorgestellt-5060199.html
[2] … https://www.princeton.edu/news/2021/02/15/princeton-astrophysicists-re-imagine-world-map-designing-less-distorted-radically
[3] … https://www.mappingasprocess.net/blog/2021/2/21/perfecting-the-world-map
[4] … https://twitter.com/run_for_funner/status/1363667236951646208?s=20

Ein Gedanke zu „Verzerrungsärmere Projektion (oder ist die Erde doch eine Scheibe?)

  1. Hallo zusammen,

    hier stellt sich mir schon die Frage, ob sich eigentlich noch irgendjemand die Mühe machen will, eine Bibliothek zu benutzen und die historisch-genetische Entwicklung der Arbeiten zu den kartographischen Problemen zu referieren. Es ginge aber auch einfacher, vorausgesetzt, man wüsste um das Werk und die Person von Richard Buckminster Fuller und in diesem Zusammenhang um sein Projekt „Dymaxion Map“. Das ist die Projektion der Erde auf ein tangential umhüllendes Gitternetz eines ikosaedrischen Polyeders. Die Abwicklung liefert eine Anordnung von ikosaedrischen Dreiecken in der Ebene. Diese Abbildung liefert minimale Strecken- und Winkelverzerrungen und sie erlaubt, die Weltkarte aus SIcht der jeweiligen eigenen Verortung als Beobachter zusammenzusaetzen. Buckminster Fuller standen in den 1940-er bis hinein in die 1980-er Jahre nicht die Mittel der Datenverarbeitung und der computerunterstützten graphischen Repräsentationen zur Verfügung. Es sollte aber für die Youngsters unserer Zeit ein Leichtes sein, aus den zugänglichen Geo-Informationen mit Hilfe der Ikosaeder-Triangulation solche Darstellungen aufzubauen und zu untersuchen. Dass man auch im Jahr 2021 wieder auf amerikanische Autoren hereinfällt, die sich keinen Deut um die Geschichte ihres Themas in ihrer vermeintlich eigenen Kultur scheren, überrascht mich nicht. Übernehmen sollte man das als begeisterter Geobeobachter aber nicht.

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