Überzeugende Karten?

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, kennen wir schon, stimmt. Und wenn es denn so ist, dann besteht natürlich auch die Gefahr, dass der Kartenautor einem Informationen unterjubelt, einen manipuliert, „alternative Fakten“ schafft. Jeder, der sich mit thematischen Karten beschäftigt, kennt es, man kann ohne ein Datum zu verändern, allein durch Präsentation, Klassifizierung sowie die Verwendung absoluter oder relativerer Werte Sachverhalte positiv oder negativ darstellen. Wenn dann auch noch die Geographie in den Hintergrund tritt, werden ggf. die Effekte noch verstärkt.

Ein wunderschöne Sammlung solch „überzeugenden“ Kartographie findet Ihr in der Persuasive Maps: PJ Mode Collection der Cornell University Library In der Einleitung heißt es dazu:

„Dies ist eine Sammlung von „überzeugenden“ Karten: mehr als 800 Karten, die in erster Linie dazu bestimmt sind, Meinungen oder Überzeugungen zu beeinflussen – eine Botschaft zu senden – anstatt geographische Informationen zu vermitteln. Die Sammlung spiegelt eine Vielzahl überzeugender Werkzeuge wider, darunter allegorische, satirische und bildliche Kartierung, selektive Einbeziehung, ungewöhnliche Verwendung von Projektionen, Farben, Grafiken und Texten sowie absichtliche Täuschung. Die Karten in der Sammlung richten sich an eine breite Palette von Botschaften: religiöse, politische, militärische, kommerzielle, moralische und soziale.“ (Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator)


Quelle: https://persuasivemaps.library.cornell.edu/sites/default/files/PJM_2053_01.jpg

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Vermessung 1940: Die pfeilschwingenden Männer

Einen wirklich lesenswerten Artikel über die Vermessung von ganz Großbritanien in den 1940er Jahren findet Ihr auf den Seiten von Atlas Obscura: „How Arrow-Wielding Men Mapped Britain in the 1940s“. Britische Landvermesser mit spitzen Holzmarkierungen, muss man gesehen haben!

(Quelle: https://www.atlasobscura.com/articles/arrow-photos-mapping-manchester)

FOSSGIS 2018: Erste Mitschnitte auf Youtube

Wer von Euch weder zur FOSSGIS 2018 fahren konnte, noch die Zeit hat, die Livestreams zu verfolgen, der kann die Beiträge auf Youtube (nach)sehen. Die ersten Mittschnitte von gestern sind Online, zu finden per Suche ebendort.

Update 22.3.2018, 20:23 Uhr: hier der direkte Link beim CCC: https://media.ccc.de/c/fossgis2018 (Danke Matthias für den Tipp!)

Was bin ich? Geospatial Technology Advocate

Quelle: http://spatiality.co.ke/what-is-geospatial-technology/

Oft genug meint man, GIS wäre gleichzusetzen mit Geospatial Technology. Das ist nicht richtig, denn Geospatial Technology umfasst weitaus mehr an Technologien. Interessante Artikel dazu findet Ihr unter:

[1] … What is Geospatial Technology?
[2] … What is the Difference Between GIS and Geospatial?

Und wer sich wirklich überall auskennen sollte, darf die Frage „Was bin ich?“ mit Geospatial Technology Advocate beantworten.

Und hier, weil’s so schön ist und Freitag, für alle, die sich noch erinnern ;-)

Adressen einfach: Google Plus Codes

Jeder kennt das Problem falscher, ungültiger oder unglücklicher Adressangaben erst recht in fremden Sprachen. So ist sicher eine valide Adressangabe in Indien oder Timbuktu für Mitteleuropäer schwieriger zu realisieren als @home. Oder was passiert, wenn keine amtliche Adresse gibt, beispielsweise „hinter dem 3. Feld ca. 50 Fuß halbrechts“.  Koordinaten sind schon erfunden, sind eindeutig (wenn man das Bezugssystem kennt), aber oft etwas sperrig, formatierungsabhängig  und Zahlendreher begünstigend ;-)

Mit Plus Codes hat Google nun eine OpenSource-Alternative gestartet, welche diese Problem lösen soll. Google beschreibt sie so:
„FREI, OFFLINE ZUGÄNGLICH, EINFACH ZU VERWENDEN, NICHT EXKLUSIV, UNABHÄNGIG VON GRENZEN, IDENTIFIZIERBAR“


Quelle: (Twitter: https://pbs.twimg.com/media/DYQ9hksVAAAHSyF.jpg)

Ein Test lohnt in jedem Fall, auf Grund der Größe und Mächtigkeit des Suchmaschinengiganten stehen die Chancen gut, dass sich die Lösung etabliert.

Aus meiner Sicht vielleicht ein kleiner Nachteil: die eindeutige Adresse ist nicht so schön für Menschen lesbar, so, wie wir es z. B. vom „What3words“ kennen, aber diese Lösung ist ja leider besonders unfrei.

Hier ein Beispiel: Halle (Saale), Carl-von-Ossietzky-Straße 9

Möge nun jeder für sich selbst entscheiden, wie Adressen weiter gegeben werden, Hauptsache eindeutig und lizenzsauber ;-)

OSS: OpenJump 1.12 verfügbar

Neues aus dem OSS-Umfeld, OpenJump ist seit letzter Woche in der Version 1.12 verfügbar und kann bei sourceforge.net herunter geladen werden. Ein Liste der Neuigkeiten, Änderungen und Bugfixes findet Ihr in der readme.txt. Danke an den Tippgeber und Projektbeteiligten Matthias Scholz.


Screenshot OpenJump (Quelle: http://www.openjump.org/images/screenshot1.png)